Die Filme von Hayao Miyazaki von Julia Nieder

Überraschung bei der Oscarverleihung 2003: Der japanische Filmemacher Hayao Miyazaki (geboren 1941) setzte sich mit seinem im klassischen Zeichentrickstil gehaltenen Chihiros Reise ins Zauberland“ bei der Oscarverleihung in der Kategorie bester Animationsfilm auch gegen 3D-Animationen durch. An den japanischen Kinokassen hatte der Zeichentrickfilm den Einnahmerekord von James Camerons „Titanic“ übertroffen. Und bereits im Jahr 2002 war Chihiros Reise ins Zauberland“ bei den Berliner Filmfestspielen gemeinsam mit dem britischen Bloody Sunday“ als bester Film im Wettbewerb ausgezeichnet worden.
Grund genug, sich mit dem Werk des japanischen Animationsmeister zu beschäftigen, der die Zuschauer stets in komplexe Phantasiewelten führt, in denen er Zitate und Versatzstücke östlicher und westlicher Mythen, Märchen und Legenden zu einem eigenen Kosmos verknüpft. Besonderen Wert legt der Regisseur dabei insbesondere auf psychologischen Realismus und die Vermeidung stereotyper Plotverläufe und Figurenkonstellationen.

Quelle: Amazon.de

Meine Meinung: Wie eine Facharbeit

Das Buch behandelt alle Filme von Hayao Miyazaki, dem Macher von zum Beispiel „Totoro“ und „Chihiros Reise ins Zauberland“ und analysiert sehr ausführlich die einzelenen Beweggründe, die Entwicklung der vielen Charaktere und die inhaltlichen Botschaften und Merkmale der einzelnen Filme. Insgesamt liest sich das Buch wie eine Facharbeit. Ich selbst musste ja auch mal eine schreiben und von daher kommen mir Aufbau und Vorgehensweise sehr bekannt vor. Nachdem es anfänglich sich sehr schleppend gelesen hat, wurde es zunehmend interessanter, vor allem, wenn sich die Autorin mit den Filmen beschäftigt, die einem persönlich gut gefallen haben. Es ist schon spannend versteckte Botschaften zu ermitteln und mehr über die Beweggründe Miyazakis zu den verschiedenen Handlungen zu erfahren und lässt einen die eine oder andere Geschichte nochmal in einem ganz anderen Licht betrachten. Dennoch hatte ich mir unter dem Buch etwas vollkommen anderes vorgestellt. Sicher hatte ich immer mit neuen Informationen in Sachbuchform gerechnet, aber dass es sich doch so sehr wie eine Abschlussarbeit liest, das kam dann doch unerwartet. Wer die Filme von Miyazaki gerne analysiert haben möchte, der kann sich dieses Buch durchaus mal anschauen, aber insgesamt denke ich, dass es doch zu sachlich ist, um den Charme von Miyazakis Geschichten tatsächlich entsprechend rüber zu bringen…

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Frau Mondgras – Das bin ich, Sari. Gerne auch als Sari Mondgras bekannt und im Internet zu finden. 2-Fach-Mutter, Heldenehefrau, Kreativling, Harmoniesüchtig und ständig auf der Suche nach Glück. Ich komme aus Berlin, bin hier aufgewachsen und lebe hier seit ich denken kann.

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