emoticon  Ich erzähl Dir vom Herbst…

Herbst

Der Herbst ist eine Frau. Mit kastanienbraunen Haaren, die im herbstlichen Sonnenschein rötlich schimmern. Mit einer so blassen Haut, als wäre sie aus Porzellan…
Der Herbst ist eine Farbe. Er ist Rot und Braun, Grün, Gelb und Orange…
Der Herbst ist Spaß. Er ist ein großer Blätterhaufen, in den man hineinspringen kann…
Der Herbst ist eine Temperatur. Er ist eine warme Farbe, fast schon mild, kuschelig und schön…
Der Herbst in ein Gräusch. Er ist das Rauschen der herabfallenden Blätter im sanften, milden Wind…
Der Herbst ist ein Spielplatz. Er bietet so viele Möglichkeiten. Er ist ein Kastanienmännchen, gebastelt mit Kinderhänden. Er ist ein gepresstes Blatt, dass zwischen den Seiten eines dicken, oft gelesenen Buches liegt…
Der Herbst ist ein Kleidungsstück. Eine kuschlige Jacke, der selbstgestrickte Schal oder der Rollkragenpullover, in den man sich bei einer Windböde kuscheln kann…
Der Herbst ist ein Gefühl. Ein Gefühl von Nähe unter einer Kuscheldecke auf dem Sofa…
Der Herbst ist ein Getränk. Ein Tee oder ein schöner, warmer Kakao, der einem die Seele etwas einkuschelt…
Der Herbst ist ein Ausflugsziel. Er ist ein Park bei Sonnenschein, durch den man spaziert…
Der Herbst ist ein Kleid. Gewebt aus vielen Erinnerungen, Erlebnissen und Gefühlen…

Und was ist der Herbst für Dich?



 emoticon  Altbewährtes, wenn man krank ist…

… immer wenn ich krank bin, muss ich an das eine Lied von Rolf Zukowski denken, in dem ein Mädchen davon berichtet, wie langweilig es ist und was für Sorgen einen plagen. “Wenn ich krank bin” heißt es passenderweise und gehört habe ich es immer als Kind, wenn es mir nicht gut ging. Den Text kann ich noch heute so gut wie auswendig…es geht übrigens gut aus, sonst wäre es wohl kein Kinderlied ;) .

Was mir immer wieder auffällt in solchen Zeiten wie jetzt, in denen man mit Fieber, Schnupfen, Husten und all dem Kram kämpft, dann erinnert man sich an Altbewährtes. An die Streicheleinheiten, die einen ablenken, an den Tee, den man sonst nicht mal ansatzweise trinken würde. An die warme Milch mit Honig, die der Papa einen ans Bett brachte oder der Zwiebelsaft, auf den der Held so sehr schwört. Ärzte kommen meist mit Tabletten von der härtestens Sorte und leider ist die Erkältung bei mir und dem Helden meist so stark, dass wir nicht drum herum kommen, dennoch bekommen Tee, Honig und Co ihre Chance bei uns. So ganz ohne geht es nicht. Denn die Tabletten fechten zwar die Kämpfe in Dir drin aus, aber die Tees, Aromen, Heile-heile-Seegen-Lieder,  Entspannungsbäder usw. die Sorgen für die Seele, dafür, dass der Magen gewärmt ist, der Hals für einen kurzen Augenblick nicht mehr kratzt und die Nase zwischenzeitlich mal etwas Luft durchlässt.

Manche Dinge halten sich nicht ohne Grund über Generationen hinweg und werden immer und immer wieder weiter gegeben mit den Worten “Das haben meine Eltern damals schon gemacht”. Nicht alles hält sich und nicht alles ist unbedingt gut, aber manche Dinge, auf die kann man einfach nicht verzichten. Und wenn es wirklich nur die warme Honigmilch vom Papa ist…die vor allem deshalb hilft, weil sie Dir vom Daddy ans Bett gebracht wurde. Medizin für die Seele. Ich hoffe, dieses Gefühl von Sicherheit kann ich gerade meinem verschnupften Minihelden geben.

Und sagt man nicht: Ist die Seele gesund, dann heilen alle Wunden?



 emoticon  Erwachsen sein?

Manchmal, da halte ich mich für unglaublich erwachsen. Ja, ehrlich. Ich stecke in Unterhaltungen drin, die sich um Themen drehen, die ich manchmal sowas von langweilig und belanglos finde und mich ernsthaft frage, warum ich mich mit diesem Menschen mir gegenüber über so etwas unterhalte. Ich komme mir in solchen Momenten richtig alt vor. Oft versuche ich mir selbst beim Reden zuzuhören und stelle erschrocken fest, dass ich so verdammt erwachsen klinge. Und manchmal, an manchen Tagen, da fühle ich mich in Gegenwart von anderen Menschen noch wie ein Kind. Renne ihnen Rehäugig hinterher und himmel jedes einzelne Wort an, egal, ob ich es verstehe oder nicht. Ich fühle mich in solchen Situationen dann so richtig kindlich naiv und frage mich, ob ich auf meine Mitmenschen auch so wirke.

Kind oder erwachsen sein. Was ist denn nun besser, was von beiden gibt mir ein besseres Gefühl? Die Situationen, so wie ich sie oben geschildert habe, geben mir beide nicht wirklich das Gefühl dort mit meiner Reife angekommen zu sein, wo ich gerne hinmöchte. Eine kindische Besserwisserin, die gerne ein erwachsenes Auftreten haben möchte oder so… gerade jetzt mit Kind an der Seite.

Doch was ist die Alternative? Sich für einen Weg entscheiden? Nein, niemals. Ich glaube, ich wähle weiterhin den Mittelweg. Nur Kind oder nur erwachsen sein, das ist glaube ich die falsche Lösung. Eine gesunde Mischung, das ist es, was einen Menschen in meinen Augen liebenswert machen kann. Ein bisschen Kind sein, aber im richtigen Moment auch die erwachsene Ernsthaftigkeit zu Tage fördern. Manchmal komme ich mir da noch ein bisschen unausgeglichen vor. Manchmal zu viel Kind, manchmal zu viel gezwungen gewollte Reife. Aber auch ich werde meinen gesunden Mittelweg finden. Ich scheine ja doch irgendwie auf dem richtigen Weg zu sein…denke…hoffe ich, denn immerhin gibt es ja scheinbar doch Menschen, die mich mit meiner jetzigen Art durchaus liebenswert finden. Ich mache also etwas richtig.

Daran festhaltend gehe ich weiter meinen Weg die Straße entlang, bis ich irgendwann da angekommen bin, wo ich gerne sein möchte…

PS: Liest sich das jetzt nicht unglaublich poetisch, nachdenklich, erwachsen und reif? *lach*



 emoticon  Das mutigste Kind der Welt!

Ich habe viele Spritzen in meinem Leben bekommen, die meisten gab es in der Regel, weil mal wieder eine Impfung anstand. Aber auch Nadeln, die mir Blut abzapfen sollten, durchdrangen das eine oder andere Mal meine Haut. Aber heute geht es vor allem um die bösen Impfnadeln. Ich kann mich eigentlich kaum an die ersten Impfungen erinnern und das hat auch sicher seine Gründe, aber ich weiß, dass ich irgendwann mal ein Stück Würfelzucker mit einer Flüssigkeit drauf zu mir nehmen musste…nja. Meine intensivste Erinnerung an eine Impfung war mit der Schule beim Gesundheitsamt. Ich glaube 2. Klasse oder so. Ich hatte Panik. Ganz furchtbare Angst. Ich habe so bitterlich geweint, dass die Ärztin schließlich sagte, dass ich am nächsten Morgen einfach nochmal mit meiner Mutter kommen sollte…und das taten wir dann auch. Ich natürlich sehr glücklich über den Aufschub. Aber man braucht nicht denken, dass die Angst dadurch weniger war. Im Gegenteil: Ich flippte so aus, dass ich mich schließlich im hintersten Winkel unter dem Untersuchungstisch versteckte. In meiner Erinnerung kam dann eine gigantisch große und breite Krankenschwester, um mich unter dem Tisch hervorzuziehen, meinen Arm zu halten und mir dann mit voller Wucht die Spritze reinzuhauen. Ob da jetzt meine kindliche Phantasie mit mir durchgeht oder es wirklich so war, das mag ich heute nicht mehr beurteilen. Aber genau so ist meine Erinnerung daran…

Dementsprechend nervös war ich, als es nun hieß, mit dem Minihelden zu seiner allerersten Impfung zu gehen. Er würde mich hassen, dachte ich die ganze Zeit so bei mir und als ich dann auch noch die zwei bösen Spritzen sah, die da bereit lagen (gleich zwei, OMG!!! *wuah* ), wurde mir noch viel mulmiger zu mute. Aber ganz umsonst, denn ich kann hiermit ganz offiziell verkünden: Ich habe das mutigste Kind der Welt! Mein Sohn ist ja sowas von tapfer. Er hat zwar ein ganz rotes Gesichtchen bekommen, aber er hat nicht geschrien. Bei keiner der beiden Spritzen. Ich war so megastolz und auch die Ärztin lobte seinen großen Mut. Ich glaube, mein Baby ist nun kein Baby mehr, sondern ein bereits ziemlich großer Junge…hachja. Wäre ich mal so mutig gewesen. Da war es mir auch egal, dass die Ärztin meinte, dass er ja noch nicht in dem Alter wäre, wo er vor der Spritze weglaufen könne. Ob das dann so sein wird, das werden wir sehen, wenn es soweit ist, aber bis dahin platze ich fast vor Stolz *lach* . Und er hat beide Impfungen super weggesteckt. Er war zwar am Abend sehr müde und leicht heiß von der Temperatur her, aber das hatte sich ganz schnell gelegt.

Und bei der Gelegenheit gab es dann auch gleich nochmal aktuelle Daten: Mit genau zwei Monaten wiegt der Wonneproppen nun 6 Kilo und ist knapp 63 cm groß. Wie schnell er doch gewachsen ist. Aber sein Lächeln…hach…



 emoticon  Feststellung #35

Warum ist es eigentlich so, dass man sich selbst immer wieder anders sieht? Stehe ich vor dem Spiegel, frisch frisiert und “geschminkt”, dann denke ich nicht selten “Hey, das geht ja sogar”. Laufe ich manchmal die Straße entlang und sehe meine Spiegelung im Fenster eines Ladens oder so, dann geht es mir nicht selten ähnlich und ich denke “Mensch, das geht ja sogar”

Und dann, dann sehe ich manchmal Fotos von mir und denke “Oh weia, das geht ja mal gar nicht” und das dann von Augenblicken, in denen ich eigentlich ganz zufrieden war. Und wenn ich dann eben so ein Foto in den Händen halte, dann frage ich mich immer, wie ich für die Menschen um mich herum aussehe. So, wie ich mich im Spiegel sehe oder so, wie ich mich manchmal auf Fotos sehe? Ich hoffe natürlich, dass es eher zu Ersteren tendiert.

Es ist tatsächlich so, dass ich mich auf Fotos selten wirklich hübsch finde, es sei denn, sie sind aus der Vogelperspektive aufgenommen (wer mal genau drauf achtet, sind die meisten Fotos, die es hier zu sehen gibt, von oben aufgenommen *drop* ). Da verschwindet das Doppelkinn, die Augen sind weiter geöffnet, weil man nach Oben schauen muss und und und…

Ich weiß, das ist jetzt das total oberflächliche und banale Thema, aber gestern viel mir wieder so ein Bäh-Foto in die Hände und da musste ich plötzlich drüber nachdenken. Grundsätzlich sollte man sich einfach in seinem Körper wohlfühlen und nicht ständig darüber nachdenken, wie man auf andere wirken könnte. Die Wahrnehmungen sind bei jedem Menschen ja eh unterschiedlich…