
Auch am 5. Tag hatte ich noch extrem mit meinem Frauenproblem zu kämpfen, deshalb beschlossen wir nach einem guten, irischen Frühstück für diesen Tag keine große Tour anzugehen und visierten als Ziel den Friedhof in Glasnevin an, den wir ganz einfach mit dem Dublinbus und wie üblich der LUAS erreichen konnten.
Im Reiseführer wurde nämlich berichtet, dass der Friedhof unglaublich viele alte, keltische Grabsteine auf sich birgt und dass man sehr viele Statuen entdecken kann.
Den Friedhof konnten wir dann auch relativ leicht finden (wir haben nur einmal zur Sicherheit nachgefragt, ob wir in den richtigen Bus steigen) und kamen ziemlich schnell dort an. Als wir den Friedhof betraten kamen wir ersteinmal an einem kleinen Blumenstand vorbei und wurden von einem großen alten Turm in der Ferne begrüßt. Es standen viele Bänke rum, die aber scheinbar nicht zum Sitzen gedacht waren, denn auf ihnen standen Urnen und kleine Schalen und Steine, die alle mit Namen bestückt waren. So etwas hatte ich noch nie gesehen.

Als wir nach links gingen kamen wir schließlich an mehreren großen Mauern an, auf denen hunderte von Namen standen. Neben einigen hingen sogar sehr kleine Bilder in Keramik, so dass man zu manchen Namen nun auch ein Gesicht hatte. Das war irgendwie seltsam.
Und dann betraten wir den eigentlich Friedhof. So weit der Blick reichte sah man nur Grabsteine. Tausende müssen es gewesen sein bzw. im Reiseführer stand, dass auf diesem Friedhof 1,2 Millionen Menschen ca. begraben seien und von jedem gab es einen Grabstein, teilweise hatte man den Eindruck, dass mehrere Grabsteine auf einem Grab standen.

Es gab einen Bereich, der ziemlich heruntergekommen wirkte, fast wie ein Friedhof vom Friedhof. Steine waren umgestossen, zerbrochen und kaputt, es gab nirgends wirklich Grün und alles wirkte trostlos. An anderen stellen dafür war alles knallbunt, denn scheinbar ist es üblich viel Kitsch auf das Grab des Verstorbenen zu legen: Plastikblumen, Fußball-Windmännchen, Schneekugeln und was es nicht noch alles zu sehen gab.

Statuen gab es in der Tat sehr viele, auch wenn sie sich, je weiter man lief, immer häufiger doppelten. Das Gefühl so zwischen den Gräbern hindurch zu laufen war schon seltsam und immer wenn mir jemand entgegen kam versteckte ich meine Kamera unter meiner Jacke, weil ich mir doch irgendwie respektlos vorkam, wie ich so durch die Gegend rannte und alles knipste, dabei war es sicher nicht ungewöhnlich.

Aber an einem Ort war es besonders still und ich erkannte es erst gar nicht, aber als mein Held zu mir sagte, dass es der Abschnitt für die toten Kinder seie, da wurde mir ganz mulmig. Die Gräber hier waren bunter als die anderen, denn auf ihnen lag das Spielzeug, mit dem die Kleinen niemals spielen konnten. Hier ging ich schnell weiter, verweilte nicht länger als nötig…

Insgesamt fand’ ich den Spaziergang über den Friedhof sehr schön. Irgendwie gab es in diesen zwei, drei Stunden eine innere Ruhe in mir, wie schon lange nicht mehr. Sicher, es war komisch und zum Teil bedrückend, aber irgendwie auch sehr angenehm. Hinzu kam, dass die Sonne unermüdlich schien und so war es an sich ein sehr schöner Spaziergang, der mich sehr beeindruckt hat. Wer einmal in Dublin sein sollte, dem kann ich einen seelischen Spaziergang über den Glasnevin Friedhof wirklich nur empfehlen…


Mondgras.de ist das zu Hause von Sari, einer kleinen Person mit einem Kopf voller Gedanken und Ideen. Dies ist ein Weg sich auszudruecken, vor allem fuer das Selbst.

























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Irland wir kommen!!!
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