Ein Mensch, dem ich viel zu verdanken habe…

Heute möchte ich Euch von meinem Vater erzählen, einem Menschen, dem ich sehr viel zu verdanken habe (neben vielen anderen Menschen, die mich geprägt und durch mein Leben begleitet haben). Manch einem wird aufgefallen sein, dass er in letzter Zeit sehr oft mal durch meine Beiträge geistert, meist nur kurz erwähnt und meist mit einem kleinen unangenehmen Beigeschmack und ich versuche diese Gedanken meist von mir weg zu schieben, aber mein Vater ist der Mensch, zu dem ich aufblicke. Besonders im Moment. Ich blicke zu ihm auf und bin stolz auf ihn und stolz darauf, dass ich seine Tochter bin.

Er ist der Mensch, der früher manchmal abends seine Gitarre nahm, sich an die Kante meines Bettes setzte und mit seiner leisen, sanften Stimme Lieder für mich sang, während er mit seinen Hornhautbedeckten Fingern über die Gitarrenseiten kratze. Noch heute, wenn ich ins Bett gehe stelle ich mir manchmal vor, wie er an der Bettkante sitzt und vor sich hin summt.

Er war der Mensch, der im Urlaub seine weinende Tochter in den Arm nahm und sie tröstete, weil sie furchtbaren Liebeskummer hatte und ihren Freund vermisste, der nicht mit in den Urlaub kommen konnte. Und während sie weinte, wurde sein T-Shirt immer nasser und nasser, der Nachmittag war gelaufen, der Ausflug konnte nicht mehr statt finden und dennoch war es ihm egal. Er hielt seine Tochter im Arm und wartete, bis sie zu Ende geweint hatte.

Er war derjenige, der ihr die Angst vorm Versagen nahm, als sie merkte, dass sie das Abitur nicht schaffte, indem er ihr sagte, dass kein Mensch ihr den Kopf abreissen würde, wenn sie kein Abitur hätte. Ihm war immer nur wichtig, dass sie das machte, was ihr Spaß machte.

Er war der Mensch, der im Restaurant saß und lauthals “YEAH” rief, als sie ihn anrief um ihm zu sagen, dass sie einen Job gefunden hatte und sogar genommen wurde und ihm war egal, dass alles Leute ihn verwundert anschauten und als sie bei ihm ankam, da bestellte er Sekt und stieß mit ihr an, obwohl er totmüde und geschafft und kraftlos war.

Er war der Mann, der in Umbrien um einen Pool tanzte und dabei in einem indianischem Rhytmus “heya heya heya” sang, weil seine Tochter es geschafft hatte zwei Mal im Pool hin und her zu tauchen, ohne zwischendurch Luft zu holen.

Ihn konnte man mit einem Blick, der zum herzerweichen war dazu überzeugen, dass die Tochter unbedingt diese eine Hose, dieses eine T-Shirt und diese eine Jacke noch brauchte, obwohl er schon tapfer ein paar Stunden mit einem durch die Stadt gebummelt ist und eigentlich schon gar keine Lust mehr hatte.

Und er war es auch, der mitten in der Nacht schnell von der Arbeit abgehauen ist, um seiner 23 jährigen Tochter Schmerztabletten vorbei zu bringen, weil sie ihre neue feste Zahnspange so sehr hasste, dass sie sich in einen Schmerz hineinsteigerte, der wahrscheinlich nicht mal ansatzweise so schlimm war, wie sie ihrem Vater erzählte. Und er kam sogar mit Sirene, damit er ganz schnell bei ihr sein konnte.

Dieses und noch viel mehr, das macht meinen Dad aus. Er ist immer dagwesen, hat sich immer gekümmert, hat immer versucht die Wünsche seiner Lieben zu erkennen und zu erfüllen und nun ist es an der Zeit einfach mal danke zu sagen. Danke für all die Erziehungsmaßnahmen, für die Unterstützung, für den Glauben und einfach auch dafür, dass es ihn gibt.

Danke Daddy!

Inspiriert durch die Aktion bei StyleSpion



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13 Kirschen zu “Ein Mensch, dem ich viel zu verdanken habe…”

  1.  tottinho am 16.November 2007 um 11:02 Uhr - Reply to this comment

    Liest er hier mit?
    Wenn nicht, druck das gefälligst aus *cool*

  2.  Sari am 16.November 2007 um 11:10 Uhr - Reply to this comment

    @Totti: Ich weiß nicht, ob er mitliest(manchmal macht er es, aber nicht immer) und ich weiß auch gar nicht, wie er darauf reagieren wird…

  3.  Claudi am 16.November 2007 um 16:18 Uhr - Reply to this comment

    oooooh, ist das schööööön… so ehrlich und voller gefühl. wunderbar… *tränchenwegwisch* *denk*

  4.  Wu-Lan-Tong am 16.November 2007 um 20:53 Uhr - Reply to this comment

    Sag es ihm, solange er dir noch zuhören kann *denk*
    Meiner kann es nicht mehr…

  5.  Tommy am 17.November 2007 um 15:59 Uhr - Reply to this comment

    oh man, das ist echt schön :o) sitz hier mit pipi in den augen *lächel*

  6.  Lady Alanna am 17.November 2007 um 16:01 Uhr - Reply to this comment

    *schnueff*
    Wie schoen! Sowas sollte man viel oefter an Menschen schreiben, die man sehr lieb hat!

  7.  Maru Chan Pai am 23.November 2007 um 01:48 Uhr - Reply to this comment

    Mit diesem Text hast Du mich zu Tränen gerührt. Mensch, Mädchen. Ich drück Dich ganz doll! Weißt Du eigentlich was für ein unheimlich toller Mensch Du bist? Mir ist noch nie jemand begegnet, der so stark war und ehrlich mit sich und anderen. Jemand, der auch durch seine vermeintlichen Fehler noch stärker wird und Gefühle anderen direkt ins Herz schreiben kann. Anders kann ich mir meine Tränen nicht erklären, wenn ich das lese…
    HDGGGDL! Und ich bin sicher auch bei Deinem Vater kommt das an.

  8.  Sari am 23.November 2007 um 09:29 Uhr - Reply to this comment

    @Maru: Danke *love* Und selbst, wenn es nicht bei ihm ankommt: Er weiß es

  9.  mondgras.de » Huihuihui… am 18.Dezember 2007 um 09:47 Uhr - Reply to this comment

    [...] dann kann sich vielleicht noch jemand an meinen Beitrag zur Aktion vom Stylespion erinnern, “Was Nettes für was Nettes”. Gestern habe ich erfahren, [...]

  10.  -eVa- am 18.Dezember 2007 um 10:49 Uhr - Reply to this comment

    oh sari, das hab ich jetzt erst gelesen, durch den beitrag von heute… das hast du so schön geschrieben *love* geht mir richtig nahe und ich hab tränen in den augen…

    papas sind einfach was besonderes *love*

  11.  Sari am 18.Dezember 2007 um 22:43 Uhr - Reply to this comment

    @Eva: Das sind sie wirklich…inzwischen hat er es auch gelesen… *gg*

  12. [...] neugierig und gleichzeitig war auch ein Paket Kamikaz.de dabei, in dem sich mein Preis von der “Was Nettes für was Nettes” Aktion befand. So süß das Püppchen, ich liebe solchen Kitsch Tja und dann war da [...]

  13.  Die -nachts-die-Kassette-rauf-und-runter-laufen-lasserin am 29.September 2011 um 21:19 Uhr - Reply to this comment

    Ebenfalls danke! Ich bin dafür, dass wir vor lauter Stolz auf ihn auch mal “Heya-heya” um einen Pool machen und danach lachend mit Sirene durch die Straßen fahren. Schon allein um an diesen Wagen zu kommen, werde ich mal einen Polizisten heiraten :) *lach*

Hinterlasse Sari eine Kirsche ^.^

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